Bielefeld. Da, wo ich „wech“ komme.

Jaja, ich weiß, Bielefeld gibt’s doch gar nicht… Allerdings kann ich mich, mehrere Familienmitglieder und diverse Schulfreunde als  lebendige Gegenbeweise anführen. Aus Bielefeld kommt man übrigens nicht einfach her, sondern „wech“. Solltet Ihr Euch jemals der Frage „Und, wo kommste wech?“ ausgesetzt sehen, könnt Ihr sicher sein, es mit einem waschechten Westfalen zu tun zu haben. Hier sagt man so lustige Sachen wie „Pölter“ für Schlafanzug, es wird sich „beömmelt“ (kaputtgelacht) und ein „Schlürschluck“ (ein letztes Gläschen bevor man nach Hause geht) kann nie schaden. Man geht auch nicht „zu Oma“, sondern „nache Omma“. Wobei ich gestehe, dass sich hier mein Germanistenherz verkrampft… Mein Lieblingsbegriff ist allerdings schon beinah ausgestorben – das „Fichtenmopped“, die Kettensäge.

Eigentlich ist Bielefeld eine Stadt wie jede andere. Die Kulturszene hat sich  in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt und auch städtebaulich wird viel getan um einige Bausünden ungeschehen zu machen. Bei jedem Besuch in meiner alten Heimat entdecke ich Neues und der „Da kenn ich doch eh jeden Stein“-Gedanke beginnt, sich nach und nach zu zerstreuen.

Als begeisterte Museumsgänger haben meine Mutter und ich uns die Sou Fujimoto-Ausstellung in der Kunsthalle natürlich nicht entgehen lassen. Die abenteuerlichen Raumideen und die architektonisch kaum umsetzbar erscheinenden Phantasien des Künstlers sind wirklich toll.

Auf der Suche nach einem sonnigen Plätzchen für den Kaffee danach wurden wir im ersten Anlauf enttäuscht. Das Jivino, eine kleine Tapas Bar mit gemütlichem Innenhof, der am ältesten Haus Bielefelds angrenzt, hatte leider noch geschlossen. Das ist schade, denn die bereits aufgestellte Karte machte definitiv Lust auf mehr (bis auf die Anchovis aus der Dose *hüstel*).

Der Weg zum Alten Markt mit seinen Altstadtcafés führt vorbei an traditionellen Leinengeschäften und einigen neu eröffneten Boutiquen für Freunde hochpreisiger Mode. Hier steht das Crüwell-Haus, das jedes Bielefelder Schulkind mindestens einmal im Leben besichtigt und dabei brav lernt, was ein Treppengiebel ist.

Unbedingt besichtigen sollte man bei einem Besuch der „freundlichen Stadt am Teutoburger Wald“, wie das Ortseingangsschild verheißt, ihr weithin sichtbares Wahrzeichen – die Sparrenburg.

Ganz klein kann man sie oben über den Park vor der Kunsthalle hervorschauen sehn. Was man heute noch von der Festungsanlage besichtigen kann, stammt aus dem 16. Jahrhundert. Wer den Berg erklommen hat, wird mit einer tollen Aussicht belohnt – uber die Stadt, den Teutoburger Wald und das umliegende Land. Hier wird spaziert, „Ja“ gesagt, gefeiert, gegrillt, sich gegruselt (für kleine Besucher gibt es Geschichten vom Burggespenst im Brunnen), das 300 Meter lange unterirdische Gängesystem erkundet und an Silvester sieht man vor lauter Böller-Qualm gar nichts mehr. Klingt doch ganz romantisch, oder?

Apropos romantisch – die Hochzeit, für die ich mich auf die Reise gemacht hatte, war wunderschön. Ich freue mich auf Teil II, im nächsten Jahr!

Einen schönen Abend wünscht Frau Müller

Advertisements

Schreib uns ...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s