Westfälische Amore

Risotto gehört für mich zum Winter wie der leider rar gewordene Schnee. Genau wie mindestens einmal ein richtiges Grünkohlessen (wenn ich den großen Grünkohlkorb auf dem Markt entdecke, schlägt mein Westfalenherz einfach höher). Und bei dem ganzen süßen Plätzchenbacken und hinterhältigen Schokonikoläusen kriege ich ziemlich schnell einen Rappel und brauche ein wirklich deftiges Kontrastprogramm.

Ob ich vor einer Woche einen Traum zur westfälisch-italienischen Völkerverständigung hatte, weiß ich nicht, aber als ich am Donnerstag aufgewacht bin, war plötzlich glasklar, dass es am Wochenende Risotto mit Grünkohl geben wird. Und es hat sich gelohnt – ich freue mich sogar, dass mir vor lauter Begeisterung gestern die ganze 500 g-Risottotüte in den Topf gekippt ist und wir noch einen weiteren Tag lang etwas davon hatten.
Allen, die jetzt mit gerümpfter Nase mäkeln, dass man Risotto nicht aufwärmen sollte, weil er dann seinen Biss verliert (und so weiter, und so weiter) kann ich nur sagen: Jawoll, unter normalen Bedingungen bin ich da bei Euch. Aber der Grünkohl wird beim Aufwärmen immer besser und macht den Risotto auch in der zweiten Runde zu einem seeeeehr leckeren Winterabendessen. Wer allerdings wie ich in einer Region lebt, in der man nicht einfach zum Metzger gehen und „Pinkel“ bestellen kann (Für alle Nicht-Nordlichter, die jetzt genauso angewidert und irritiert schauen, wie meine bayerische Metzgersfrau: Grützwurst, die eigentlich unbedingt zum Grünkohl dazugehört), kann auch auf würzige Salami ausweichen.

Grünkohlrisotto
(für 4-6 Personen oder zwei gierige/hungrige, die gerne auch am zweiten Tag noch etwas davon haben wollen)

6 Handvoll gehackter Grünkohl
3 Frühlingszwiebeln
1 große Knoblauchzehe
1 Pinkel oder ein Stück Kabanos/Salami
500 g Risottoreis
trockener Weißwein
Gemüsebrühe
1 kleiner Bund Petersilie
3 Handvoll geriebener Parmesan
Butter
Salz, Pfeffer

Den Grünkohl mit Zwiebeln und Knoblauch in einem Topf mit etwas Olivenöl andünsten bis er zusammenfällt. Gegebenenfalls etwas Wasser zugeben. Währenddessen die Wurst in kleine Würfel schneiden oder hacken und unterrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Wenn der Grünkohl gar ist, in einen zweiten Topf umfüllen, eventuell übriggebliebenen Sud auffangen.
Mit dem Risotto beginnen und nach der zweiten Brühezugabe die Hälfte des Grünkohls und den Sud einrühren. Kurz bevor der Risotto die gewünschte Konsitenz hat, die fein gehackte Petersilie einstreuen, salzen und pfeffern. Zwei Drittel des Parmesans und etwas Butter unterrühren und zwei Minuten mit geschlossenem Deckel ziehen lassen. Zum Servieren frisch gemahlenen Pfeffer und etwas Parmesan darüberstreuen.

Einen genussvollen Mittwoch wünscht Frau Müller

Advertisements

Schreib uns ...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s