Sturm im Marmeladenglas

Puh. Seit dem Wochenende ist es ja nicht nur bei uns so heiß, dass man es ohne kühles Nass und Schattenplatz kaum ertragen kann. Von der nächtlichen Gewitterabkühlung ist auch heute nichts geblieben. Gestern bin ich mittags direkt wieder aus dem Büro geflüchtet und habe einen halben Urlaubstag damit verbracht, Eis zu essen, zu bummeln, mich in unserer kühlen Wohnung zu erholen und dabei Marmeladenetiketten zu beschriften. Während Frau Kuchen im fernen Japan weilt, habe ich nämlich fleißig für schlechte Zeiten vorgesorgt und schwelge in neuen Kreationen und Geschmacksrichtungen. Am liebsten würde ich jeden Abend nach der Arbeit eine neue Sorte zusammenrühren…

Ja, Einkochen kann süchtig machen und ich bekenne mich hiermit zudem öffentlich zum Marmeladenglasmessie. Diese mehr oder weniger zarten Geschöpfe tummeln sich bei uns auf, im und unter den Schränken, haben die Speisekammer in Beschlag genommen und durchaus die Tendenz, sich zwischenzeitlich an meinem Schreibtisch als Aufbewahrungsbehälter zu betätigen. Aber eigentlich machen sie nur eins: Sie warten. Auf die kommenden großen Marmeladenwellen.
Denn ich mag nunmal keine kleinen Töpfe, in denen eine 250 ml-Menge Frucht eindampft. Es wäre doch wohl ein nicht auszudenkendes Drama, wenn man so ausgerechnet die perfekteste Kreation aller Zeiten entwickelt und dann monatelang um das einzige Glas herumschleicht und sich nicht herantraut, weil es ja nur dieses eine gibt. Nee, nee. Da denke ich definitiv in größeren Dimensionen. Aber ich bin ja durchaus schenkfreudig und immer bereit, hier und da etwas davon unter die Leute zu bringen.
Ein bisschen sollte ich mich allerdings doch langsam zügeln, denn wenn das so weitergeht, reicht der Vorrat locker bis 2020!

Falls es wie vorhergesagt am Wochenende etwas abkühlt, verrate ich hier meine aktuelle Lieblingsversion mit Aprikosen. Wer weiß, welche Sorte bis dahin noch im Topf landet, denn morgen ist Markttag und der Obststand nur wenige Luftlinienmeter von meinem Schreibtisch entfernt. Ich höre die Gläschen schon erwartungsvoll mit ihren Deckeln klappern…

In jeder Hinsicht vor sich hinköchelnde Grüße von Frau Müller

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